öffentlichen raum neu denken

ium-Projekte

Die Mobi:Kapsel. Von der Automobilität zur Auto-Mobilität

Mögliche Anbietermarken für Motorisierte Individual-Mobilität (MIM) 2050 in Berlin
Mögliche Anbietermarken für Motorisierte Individual-Mobilität (MIM) 2050 in Berlin

Berlin im Jahr 2050. Eine sehr lebenswerte Stadt, denn in den letzten 30 Jahren wurden die Anfang des Jahrtausends noch so beliebten Privatautos vollständig durch Mobi:Kapseln ersetzt. Heute gibt es in Berlin insgesamt rund 40.000 solcher vollautomatischen Fahrzeuge, die von acht verschiedenen Betreibern angeboten werden. Die Menschen konnten damals nicht glauben, dass es damit möglich ist, mehr und bessere motorisierte Individualmobilität anzubieten als mit den seinerzeit 1,2 Millionen privaten PKW.

Die Technik des autonomen Fahrens hatte 2020 ihren Durchbruch. Es begann ein regelrechter Run auf den öffentlichen Raum. Die damals sehr mächtige Automobilindustrie, die Lobbyisten des öffentlichen Verkehrs und die Digitalkonzerne überschwemmten die Städte mit neuen Fahrzeugflotten, zusätzlich zu den vorhandenen Privatautos. Der öffentliche Raum schien förmlich zu bersten. Bis die ersten Städte die Quote einführten. Über aktives Modal Split Management und einen über 30 Jahre angelegten Transformationspfad hat es Berlin als eine der weltweit ersten Großstädte geschafft, zu 100% von Automobilität auf Auto-Mobilität umzustellen. Damit wurde der öffentliche Raum für die Bürger viel attraktiver und sicherer.

Die vom ium-Institut für Urbane Mobilität entwickelte Mobi:Kapsel ist das erste gesharte urbane Individualfahrzeug, das Infrastruktur und Fahrzeug ganzheitlich denkt. Die Mobi:Kapsel ist eine Mischung aus konventionellen Autos ohne Lenkrad und Kleinbussen ohne Fahrer. Es gibt sie in verschiedenen Größentypen vom Einer bis zum Zwölfer. Am häufigsten sind Zweier und Vierer. An Bord der Mobi:Kapsel gibt es nicht nur sehr bequeme Sitze und individuelle Beleuchtungseinstellungen, es werden viele neue Annehmlichkeiten geboten, die die Menschen 2020 von konventionellen Autos noch gar nicht kannten. In der Minibar gibt es beispielsweise immer ein frisches, kaltes Bier und andere Getränke. Durch den Betrieb der Mobi:Kapseln sind auch viele neue Arbeitsplätze entstanden. Mit deutlichen Verbesserungen für die Bürger konnten so unter anderem auch problemlos die Berliner Klimaziele erreicht werden.


Bahnhofsgebäude Fürstenberg/Havel feierlich wiedereröffnet

Feierliche Bahnhofseröffnung in Fürstenberg/Havel am 12.10.2016
Feierliche Bahnhofseröffnung in Fürstenberg/Havel am 12.10.2016 (v.l.n.r. Friedemann Keßler DB, Tim Lehmann, Michael Jungclaus MdL, Robert Philipp Bürgermeister)

Rund 80 km nördlich von Berlin liegt das hübsche Städtchen Fürstenberg/Havel. Viele Berliner kennen es von sommerlichen Radtouren oder Kanuausflügen durch die großartige Fürstenberger Seenlandschaft. Mit dem Regionalexpress der Linie RE5 ist Fürstenberg in einer knappen Stunde aus Berlin zu erreichen, so dass auch immer mehr Pendler es für sich entdecken, die in schöner Natur leben wollen. Wenn man mit der Bahn in Fürstenberg ankommt bot sich allerdings bis vor kurzem ein von vielen deutschen Kleinstadtbahnhöfen gewohnter Anblick: Das Bahnhofsgebäude war ein keinem guten Zustand.

Bis vor einem Jahr stand ein größerer Teil der Flächen leer. Dem ium-Gründer Tim Lehmann ist es gelungen, das Gebäude Anfang 2015 von der DB zu erwerben. Sein Ziel ist es, nach der sogenannten "Grassroot-Methode" das Gebäude auf einem sanften Weg gemeinsam mit den vorhandenen Mietern und Partnern vor Ort wieder wachzuküssen und attraktiver zu gestalten. Der erste große Schritt war der Abbau des Leerstandes, denn Gebäude müssen genutzt werden, um weiteren Verfall zu verhindern. Im Herbst 2015 sind zwei engagierte Berliner Kunst- und Naturbegeisterte mit eingestiegen und renovieren die ehemalige Bahnhofshalle, die Fahrkartenausgabe und die Gepäckabfertigung, um dort künftig Räume für Kunstprojekte und Inspiraion zu schaffen.

Nun wurde die Bahnhofsfassade saniert und am 12.10.2016 gemeinsam mit Vertretern der Stadt, des Landes und der Bahn feierlich eröffnet. Somit ist der Bahnhof jetzt wieder zu einer echten Visitenkarte für Stadt und Bahn geworden. Die Sanierung wurde mit gut 20% der Baukosten durch das LEADER-Programm des Landes Brandenburg ko-finanziert. Presse


TETRIS: Hochwertige innerstädtische Immobilienentwicklung geht nur mit guter Urbaner Mobilität

Das 31.000 m² große Tacheles-Areal kann zu 100% MIV-neutral entwickelt werden
Das 31.000 m² große Tacheles-Areal kann zu 100% MIV-neutral entwickelt werden

Das berühmte Tacheles-Areal in Berlin-Mitte wird wieder bebaut und heißt künftig „TETRIS“. Auf der 31.000 m² großen Fläche wird ein attraktiver Mix aus Wohnen, Büro, Handel, Hotel und Kultur mit einer Bruttogeschossfläche (BGF) von ca. 115.000 m² entstehen. Das bedeutet rund 35.000 zusätzliche Wege pro Tag. Angesichts der innerstädtischen, hoch verdichteten Lage besteht ein großes Interesse daran, dass der öffentliche Raum nicht zusätzlich vom Verkehr belastet wird. Das ium hat hierfür eine angebotsorientierte Strategie entwickelt, um trotz der 35.000 zusätzlichen Wege weder einen einzigen zusätzlichen Stellplatz noch eine einzige zusätzliche PKW-Fahrt zu generieren. Trotzdem steht den Nutzern eine große Tiefgarage zur Verfügung und es steht ihnen natürlich völlig frei, mit welchem Verkehrsmittel sie sich in der Stadt bewegen.

Geht nicht? Doch, das geht: Und zwar mit einer neutralen Stellplatzbilanz, einer öffentlichen-Raum-Bilanz und einem aktiven Modal-Split-Management. Zum einen wird den Nutzern des TETRIS ein attraktives Angebot an Alternativen zum eigenen PKW geboten. Zum Beispiel ein eigenes Black-Limo-Carsharing, das bereits in der Miete inbegriffen ist. Gute Fahrradabstellmöglichkeiten sowie die bereits vorhandene U-Bahn und Straßenbahnanbindung und kurze Wege zu Fuß sind deutlich attraktiver als mit einem eigenen PKW in der City im Stau zu landen.

Wir gehen von einem MIV-Anteil der TETRIS-Nutzer von nur 5% aus. Doch auch das würde täglich knapp 2.000 zusätzliche PKW-Fahrten in Berlin-Mitte bedeuten. Nun kommt der Bilanzgedanke ins Spiel, wie wir ihn vom Strommarkt kennen, wenn wir Ökostrom bestellen. Und es bedarf eines ganzheitlichen Blicks über die eigenen Grundstücksgrenzen hinaus: Die ium-Strategie sieht vor, die zusätzlich entstehenden Tiefgaragenstellplätze Nachbarn als Quartiersgarage anzubieten und diese gleichzeitig im Umfeld auszugleichen. Durch Engagement des Investors für den öffentlichen Raum und intelligente Mobilität im Quartier können zudem die Alternativen zum PKW auch für Menschen, die im Umfeld wohnen und arbeiten gefördert werden. Der MIV-Anteil des TETRIS kann dadurch bilanziell vollständig ausgeglichen werden. Mehr Infos zum Projekt


Das Fahrrad bekommt schnelle Wege durch die Hauptstadt

Vision für Berlins ersten Radschnellweg entlang der S1
Vision für Berlins ersten Radschnellweg entlang der S1

Angefangen hat alles 2015 mit der Idee des Fahrrad-Highways entlang der Potsdamer Stammbahn von Mitte in den Berliner Südwesten. Der ium-Gründer Tim Lehmann hat damals eher nebenbei den EUREF-Investor dabei unterstützt, von der Deutschen Bahn AG eine Erlaubnis zur Errichtung einer temporären Baustraße über einem ungenutzten Gleis zu bekommen. "Was für 300m und Baulaster möglich ist, das muss auch auf 7 km Länge für Fahrräder möglich sein".

Die Idee war geboren und fand sofort viele Anhänger. Ende 2015 entwickelte sich in Berlin eine Art Crowd-Planning Prozess, denn von mehreren Seiten kamen weitere Vorschläge für neue Radinfrastrukturen, die nicht in die Kategorien der bislang existierenden Radwege passten. Die öffentlichkeitswirksamste Idee war die U1-Radbahn, eine Flanier- und Lifestylemeile für Radfahrer unter der Hochbahn U1 in Kreuzberg. Auch den Verantwortlichen in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz (SenUVK) wurde schnell klar: Berlin muss künftig in neuen Kategorien denken. Gerade in Kombination mit E-Bikes, deren Verkaufszahlen jährlich neue Rekorde schlagen, ist eine schnelle Radinfrastruktur sinnvoll. So kann sich die typische Fahrraddistanz, die heute bei 5 km liegt, auf 10 km oder sogar bis 15 km verlängern. Es liegt auf der Hand, welch enormes Umsteigerpotenzial vom PKW dies bedeutet, vor allem bei Pendlern, die dann mit dem E-Bike schneller, entspannter, sicherer und gesünder zur Arbeit kommen.

SenUVK führt daher aktuell eine Machbarkeitsstudie durch, die die Möglichkeiten für ein Berliner Radschnellwegenetz untersucht sowie zwei erste Radschnellwege detaillierter beplant. Insgesamt sollen rund 100 km Radschnellwege entstehen. Erste Ergebnisse werden mit Spannung für Anfang 2017 erwartet, die komplette Studie soll Ende 2017 abgeschlossen sein. Download Konzept.


Mit Express-S-Bahnen sparen Pendler viel Zeit – und die S-Bahn spart Züge

Mit Express-S-Bahnen auf vorhandener Infrastruktur deutlich schneller
Mit Express-S-Bahnen auf vorhandener Infrastruktur deutlich schneller

Wir kennen es aus vielen anderen Städten. In Paris oder New York gibt es auf wichtigen U-Bahn- und Nahverkehrslinien Züge, die nicht an jedem Bahnhof halten und somit schneller am Ziel sind. In Deutschland gibt es dieses Modell bislang nur bei zwei S-Bahn-Linien in Hannover. Machbar wäre es allerdings in vielen Städten. Dort wo die normalen Takte 10 Minuten oder mehr betragen ist es sogar auf rund zehn Kilometer langen Abschnitten meist ganz ohne zusätzliche Gleise möglich.

So fährt die Express-S-Bahn kurz vor dem langsamen Takt los und holt die vorausfahrende fast ein. Bei einer entsprechenden Fahrplanoptimierung zum Beispiel zwischen Zehlendorf und Potsdamer Platz könnten rund 6 bis 8 Minuten Fahrzeit eingespart werden. Die Züge würden dann nur in Steglitz und Schöneberg halten und die acht anderen Stationen überspringen. Im Zusammenhang mit dem Fahrrad Highway hat das ium diese Möglichkeit näher untersucht. Bei einer Revitalisierung der Schienenverbindung von Zehlendorf könnte Kleinmachnow bereits in fünf Jahren eine schnelle Anbindung an die City mit Fahrtzeiten von nicht viel mehr als einer Viertelstunde bekommen.

Positiver Nebeneffekt für die S-Bahn Berlin: In Zeiten knapper Zugkapazitäten können so mit weniger Zügen mehr Personenkilometer gefahren werden. Daher wird nun eine erste neue S-Bahn-Strecke nach Falkensee näher betrachtet, die zwischen Spandau und Westkreuz nicht hält.